Praxis-Organisation

Dienstag, 24.10.2017

Was eine «Arzt­helferin» im Alltag leistet

Gerne möchte ich hier den wunder­baren MPA-Beruf etwas näher durch­leuchten, damit man erkennt, was eine «Arzt­helferin» im Alltag alles leisten muss.

arzthelferin und patientin

Als Teenager steht man irgendwann vor der Frage, in welcher Branche der berufliche Einstieg sein soll. Eine wegweisende, wie auch schwierige Frage, da der Entscheid in den meisten Fällen Einfluss auf das gesamte kommende Berufsleben hat. Die Auswahl an potenziellen Berufen ist gross, und oftmals weiss man nicht genau, was hinter einem Beruf auch wirklich steckt.

Glücklicherweise finden meine Berufskolleginnen ihren Beruf auch nach Jahren der Berufstätigkeit noch spannend, herausfordernd und erfüllend. Keine bereut ihre Berufswahl von damals. Gerne möchte ich hier den wunderbaren MPA-Beruf etwas näher durchleuchten, damit man erkennt, was eine «Arzthelferin» im Alltag alles leisten muss.

Die Medizinische Praxisassistentin als erster Patienten-Kontakt in der Praxis

Der Job einer MPA ist vielfältig, abwechslungsreich und menschenbezogen. Die Arbeitstage sind streng, meist erfüllt und kurzweilig. Schöne, wie auch traurige Momente begleiten uns immer wieder. Als MPA wird man mit Leben, Leid und Tod abwechselnd konfrontiert. Dies kann zu schwierigen und herausfordernden Situationen führen, welche einem auch noch Wochen später beschäftigen.

Im Grossen und Ganzen überwiegen die schönen Momente, für die schwierigeren entwickelt man mit den Berufsjahren die Fähigkeit, Abstand nehmen zu können und eine gewisse Distanz aufzubauen. Ein stabiles, persönliches Umfeld unterstützt diesen Prozess zusätzlich.

Dankbare und treue Patienten, welche sich über ein offenes Ohr freuen und die wir über Jahre hinweg begleiten, machen den Berufsalltag einer MPA besonders schön. Denken wir etwa an Mütter, welche Babys zur Welt bringen, oder an Patienten, welche geheilt entlassen werden können. Die MPA ist in den allermeisten Fällen erste Kontaktperson vor der eigentlichen Behandlung durch den Arzt. Das «Abladen» von Frust und Ängsten an die MPA gehört genauso zum Berufsalltag, wie die eben erwähnten glücklichen Momente.

Ein Beruf mit spannenden Entwicklungsmöglichkeiten

Jedem jungen Menschen, welcher sich einen Beruf mit Kontakt zu Menschen wünscht und sich für die Medizin interessiert, empfehle ich, eine Arztpraxis zum Schnuppern aufzusuchen. Idealerweise gewinnen Sie Einblick in verschiedene medizinische Betriebe, denn jede Praxis oder Klinik ist anders organisiert und hat ihre Eigenheiten.

Nach einer anspruchsvollen Ausbildung von drei Jahren steht Ihnen eine eine grosse Palette an Fachrichtungen, Arztpraxen und Spitälern zur Auswahl. Gute MPA sind rar und somit im Arbeitsmarkt gesucht. Es gibt reichlich offene Stellen. Und das Schöne ist: Auch als Mutter hat man gute Chancen, einen Teilzeitjob zu finden.

Der Beruf verändert sich laufend

Anzumerken ist, dass der Beruf einer MPA dem raschen Wandel des Gesundheitswesens unterliegt. Je nach Form der Fachrichtung und der Spzialisierung der Praxis, bzw. der Klinik oder des Spitals, ist man die «graue Eminenz» und das finanzielle Gewissen in Personalunion nebst den eigentlichen Aufgaben.

Mit «grauer Eminenz» und finanziellem Gewissen ist gemeint, dass die MPA vielerlei aus diversen Fachgebieten zu erledigen hat. Denken wir beispielsweise an Personalwesen und Rekrutierung, Buchhaltung, Einkauf und so weiter. Dieser Umstand macht die MPA zu einer «Allwissenden» und damit umso wertvolleren Arbeitskraft für den Arzt, welcher meistens auch gleichzeitig Arbeitgeber ist. Mit anderen Worten: Es lohnt sich, sich frühzeitig über entsprechende Weiterbildungen Gedanken zu machen.

Aufgaben der MPA (unvollständige Auflistung)

  • Empfang von Patienten
  • Telefondienst (medizinische Beratung, Betreuung, Termine etc.)
  • Ein offenes Ohr haben, einfach nur mal zuhören
  • Administrative Arbeiten: Berichte und Rechnungen schreiben und verschicken, Überweisungen veranlassen, evtl. Buchhaltung und Kassabuch führen
  • Apotheke bewirtschaften (Bestellwesen, Inventar etc.)
  • Medikamentenabgabe
  • Blutentnahmen und Analysen
  • Urinkontrollen
  • Diverse Laborarbeiten
  • Verbandwechsel, Wundkontrollen
  • Assistenz bei kleinen Eingriffen
  • Gipsen (nur noch wenige Praxen)
  • Röntgen
  • Lungenfunktionstests
  • Diverse Assistenzen beim Arzt (Ohrspülungen etc.)
  • Je nach Praxis/Fachrichtung kommen noch spezifische Arbeiten und Assistenzen dazu.

In einem meiner nächsten Blogbeiträge werde ich über die verschiedenen Praxisarten informieren und aufzeigen, dass jede medizinische Praxis ihre Eigenheiten hat.